Fachwerkhäuser erfahren bei vielen Hausbauern eine Renaissance. Die Bauwerke gelten als zeitlos und zeichnen sich durch ihre hohe Beständigkeit aus. Doch in Zeiten des Klimawandels werden die Aspekte Ökologie und Qualität beim Hausbau immer wichtiger. Fachwerkhäuser werden diesen Ansprüchen gerecht. Dennoch sollten einige Aspekte vor dem Bau berücksichtigt werden.

Konstruktion

Ein Fachwerkhaus besteht aus einem Skelett, welches mit Holzbalken gebaut wird. Schräg verbaute Streben in den Zwischenräumen steifen den Bau in der horizontalen Ebene aus. Die sogenannten Streben zeigen nach außen. So wird das Gebäude standsicher und kann der Windbelastung entgegenwirken. Charakteristisch für ein Fachwerkhaus ist die symmetrische Anordnung der Streben. Die Zwischenräume werden nach individuellen Präferenzen mit einem Mauerwerk oder mit einem Holzgeflecht, welches mit Lehm verputzt wurde, ausgefüllt.

Vorteile des Baustoffes

Der Baustoff Holz wurde aufgrund seines leichten Gewichts, der hohen Festigkeit und den optimalen Isolationseigenschaften bereits seit Jahrhunderten zum Bau von Fachwerkhäusern genutzt. Die gute Ökobilanz des Baustoffes dient dem Klimaschutz. Im Raum sorgt Holz für ein angenehmes Klima, was das Wohnen für Allergiker entspannter und komfortabler macht. Das Holz funktioniert als Puffer und reguliert die Luftfeuchtigkeit. Durch die atmungsaktiven Eigenschaften der Bausubstanz sind Fachwerkhäuser resistent gegen Schimmel- und Schädlingsbefall. Die Isolation ist dennoch gewährleistet. Die Wände der Fachwerkhäuser sind schlanker, als die Wände von Massivhäusern und haben dennoch ein ähnlich gutes Dämmverhalten. Die Konstruktion der Fachwerkhäuser erlauben großflächige Verglasungen und eine weitläufige Raumgestaltung. Die Innenräume werden so optimal mit Tageslicht ausgeleuchtet, was die Beleuchtung durch Kunstlicht minimiert und für ein wohnliches Ambiente sorgt.

Auswahl der Holzsorten

Fachwerkhäuser wurden traditionell aus Holz der Eiche gebaut. Es ist mit das teuerste Bauholz und zeichnet sich durch eine hohe Stabilität und eine gute Witterungsbeständigkeit aus. Somit benötigt es keinen zusätzlichen Verwitterungsschutz. Für moderne Fachwerkhäuser ist Eichenholz noch heute die erste Wahl. Kostengünstiger ist Fichtenholz, welches alternativ zur Eiche häufig verwendet wird. Allerdings ist diese Bausubstanz wesentlich witterungsanfälliger, wodurch ein zusätzlicher Holzschutz notwendig ist. Der Schutzanstrich muss regelmäßig überprüft werden, damit die Holzbalken dauerhaft vor der Witterung geschützt werden. Das Holz der europäischen Lärche zeichnet sich durch seine elastischen und zähen Eigenschaften aus. Es ist beständig gegen den Einfluss von Nässe, ist aber weniger witterungsresistent, wie die Eiche. Ähnliche Eigenschaften, wie die Lärche, hat die aus Nordamerika stammende Douglasie. Das Holz ist preisgünstig und dadurch interessant für den Bau eines Fachwerkhauses. Verleimtes Brettschichtholz wird häufig aus Fichtenholz hergestellt. Im Gegensatz zum Fichtenvollholz hat das Leimholz den Vorteil, dass eine Rissbildung unterdrückt wird. Jedoch liegt das Leimholz in einer ähnlichen Preisklasse, wie das Eichenholz.

Das Reetdach

Ein Reetdach gilt vor allem in der norddeutschen Landschaft als typische Dachbedeckung von Fachwerkhäusern. Jedoch gehen die Meinungen hier stark auseinander. Zwar ist Reet ein nachwachsender Rohstoff, da es aus Schilf gewonnen wird. Jedoch überwiegen die negativen Folgen die positiven Eigenschaften. Ein Reetdach muss regelmäßig gewartet werden, denn es ist stark witterungsanfällig. Tritt Feuchtigkeit in die Substanz ein, so wird der Zersetzungprozess beschleunigt. Ein Reetdach sollte alle zehn Jahre erneuert werden, was hohe Sanierungskosten mit sich bringt. Tonziegeln sind beständiger und daher eine preisgünstige Alternative.